Im festlichen Rahmen der Graduierungsfeier am 23.10.2026 wurden die Nachhaltigkeitspreise der Hochschule Reutlingen für fünf Abschlussarbeiten verliehen. Die Absolventinnen und Absolventen haben sich in herausragender Weise mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandergesetzt und innovative Lösungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz entwickelt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Louis Schmid, B.Eng. International Project Engineering, Fakultät Technik, erhält den Preis für die beste Bachelor-Thesis mit dem Thema „Entwicklung eines Nacharbeitsprozesses zur Ausschussreduzierung in der Hochvoltspeicherproduktion nach dem Schweißen des Zellkontaktiersystems“.

Dies klingt auf den ersten Blick nach einem sehr speziellen technischen Thema. Doch dahinter steckt eine Frage von ganz grundsätzlicher Bedeutung:

Wie gehen wir mit einem Produkt um, das eigentlich noch wertvoll und funktionsfähig ist, aber aufgrund eines einzelnen Fehlers nicht mehr verwendet werden kann?

In seiner Bachelorarbeit entwickelte Louis Schmid einen innovativen Nacharbeitsprozess für Hochvoltbatterien in Elektrofahrzeugen, durch den wertvolle und funktionsfähige Batteriezellen vor der Verschrottung bewahrt werden können. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung, Materialeffizienz und nachhaltiger Elektromobilität.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirsty Ellerbrok, B.Eng. Textiltechnologie – Textilmanagement, Fakultät Texoversum Textil, erhält den Preis für die zweitbeste Bachelor-Thesis mit dem Thema „Nachhaltigkeitsanalyse von Feinstrumpfhosen“.

Frau Ellerbrok hat diese Arbeit bei der Firma Kunert durchgeführt. Die Thesis befasst sich mit der Entwicklung einer quantitativen Ökobilanz zur Herstellung von Feinstrumpfhosen. Mit dem erstellten Modell ist es möglich, die für den gesamten Lebenszyklus einer Feinstrumpfhose relevanten Einflussfaktoren hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen zu bewerten. Das entwickelte Modell dient als Ausgangspunkt zur Ableitung weiterführender Nachhaltigkeits- und Produktstrategien und ist auf weitere Produkte des Herstellers übertragbar.

Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit fließen unmittelbar in die Produktentwicklung ein. Frau Ellerbrok konnte mit ihrer Arbeit sehr deutlich die treibenden Einflussfaktoren auf die Ökologie bei der Herstellung und Nutzung von Feinstrumpfhosen herausarbeiten. Das Ergebnis nimmt Hersteller und Verbraucher in die Pflicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Theresa Maria Singh, M. Sc. Textile Chain Research, Fakultät Texoversum Textil, erhält den Preis für die beste Master-Thesis mit dem Thema „Datengestützte Analyse des Materialeinflusses auf die Reißfaserlänge im mechanischen Textilrecycling“.

Mit ihrer datengestützten Analyse des Einflusses von Alttextilien auf die Reißfaserlänge im mechanischen Recycling leistet diese herausragende Masterarbeit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie. Auf Basis von 357 Proben und innovativen statistischen Methoden identifiziert sie entscheidende Einflussfaktoren für die Qualität recycelter Fasern und schafft damit wertvolle Grundlagen für ein hochwertigeres Fiber-to-Fiber-Recycling.

Die Arbeit verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit hoher Praxisrelevanz und adressiert eine zentrale Herausforderung nachhaltiger Ressourcennutzung. Sie zeigt beispielhaft, wie datenbasierte Forschung den Weg zu einer zirkulären Textilwirtschaft ebnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maximilian König, M.Sc. Dezentrale Energiesysteme und Energieeffizienz, Fakultät Technik, erhält den Preis für die zweitbeste Master-Thesis mit dem Thema „Aufbau und Inbetriebnahme eines Teststandes zur vergleichenden Untersuchung von Sorbentien für einen kontinuierlichen Niedertemperatur-DAC Prozess“.

Neben der Vermeidung von CO₂-Emissionen gewinnen Technologien zur Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelte, baute und erprobte Maximilian König einen innovativen Teststand zur Untersuchung von Sorbentien für die direkte CO₂-Abscheidung aus der Luft (Direct Air Capture). Die Anlage ermöglicht die gleichzeitige Untersuchung von sechs Versuchseinheiten. In einem rund 500-stündigen Testbetrieb konnte die CO₂-Abscheideleistung gegenüber der ersten Anlagengeneration deutlich gesteigert und eine Abscheiderate von über 90 % erreicht werden.

Die Arbeit schafft damit eine wichtige Grundlage für die weitere Optimierung dieser Technologie und leistet einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung innovativer Ansätze für den Klimaschutz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sofie Glöckler, B.Sc. Fashion and Textile Design, Schwerpunkt Modedesign, Fakultät Texoversum Textil, erhält einen Sonderpreis für nachhaltiges Design für ihre Bachelorarbeit mit dem Thema „OKOS – Eine mögliche Alternative zu Fast Fashion“.

Sofie Glöcklers Bachelorarbeit ist weit mehr als ein gestalterisches Projekt. Sie entspringt einer tiefen persönlichen Überzeugung, einem ausgeprägten Bewusstsein für die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen von Fast Fashion und dem aufrichtigen Wunsch, etwas zu verändern.

Mit ihrem Label „OKOS“ übersetzt sie dieses Anliegen in eine innovative, modular aufgebaute Kollektion, die mit wenigen Kleidungsstücken zahlreiche individuelle Tragevarianten ermöglicht. Ein eigens entwickeltes textiles Schnürsystem macht die Trägerinnen selbst zu Gestalterinnen. Die konsequente Verwendung industrieller Materialüberschüsse trägt zur Ressourcenschonung bei.

Besonders beeindruckend sind die gestalterische Klarheit, die außergewöhnliche konstruktive Entwicklungsleistung und die eigenständige ästhetische Perspektive, mit der Sofie Glöckler dem Thema Nachhaltigkeit aus gestalterischer Sicht begegnet.

„OKOS“ zeigt eindrucksvoll, wie aus Haltung, Kreativität und gestalterischer Kompetenz eine überzeugende Vision für nachhaltige Mode entstehen kann.

 

Das Preisgeld wird von der Deutschen Gesellschaft für Operational Risk Management e.V. gesponsort.